FFXIV Snaps Schwerpunkte und ihre Prioritäten: Die Blickführung

FFXIV Snaps

Schwerpunkte und ihre Prioritäten: Euer Guide zur richtigen Blickführung

 

Von Myrha

Willkommen zurück zur “Lhalheva’s Stunde der Fotografie”! Bevor wir mit dem ersten Teil beginnen, stellt sicher, dass ihr euch mit der Gesamtübersicht unserer Guide-Serie vertraut gemacht habt. Ihr könnt die gesamte Übersicht der “Art Fundamentals” Serie in der Einführung finden. Wenn ihr das bereits getan habt, dann können wir anfangen!

Bitte beachtet, dass das Vokabular, welches ich benutze, nicht unbedingt universell ist. Es entspricht lediglich der Sprache, welche ich gelernt und in all meinen Jahren als Künstler verwendet habe. Wenn jemand andere Fachbegriffe für künstlerische Ausdrücke verwendet, sind diese auf gar keinen Fall als falsch zu betrachten. Das bedeutet wiederum, dass auch die hier aufgeführten Begriffe nicht falsch sind!

 

Die Bedeutung der Komposition

Wie wir bereits besprochen haben, ist die Komposition einer der wichtigsten Bausteine jedes großartigen Bildes. Was genau ist nun eine Komposition? Diejenigen von euch, die mit dem Begriff noch nicht vertraut sind, können ihn wie folgt definieren:

“Komposition ist eine Reihe von Techniken. Mit deren Hilfe zieht der Künstler die Aufmerksamkeit auf die Merkmale seines Bildes und das Bild in dessen Gesamtheit.”

Die Beherrschung von Kompositionstechniken ist somit ein grundlegendes Prinzip. Als /Gposers, Fotografen und Künstler, müssen wir in der Lage sein die Aufmerksamkeit unserer Zuschauer auf unsere Bilder zu ziehen und zu lenken. Wir sind Geschichtenerzähler!  Jede Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Daher müssen wir jedem Betrachter einen Leitfaden gewähren, dem er durch das gesamte Bild folgen kann.

 

Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Nun gut! Wir wissen also aus der Definition der “Komposition”, dass wir in der Lage sein müssen Aufmerksamkeit zu erregen und zu lenken. Doch leichter gesagt, als getan! Wie schafft man denn das Interesse unseres Publikums zu fangen? Wie können wir den Betrachter dazu bringen, beim Scrollen der Post-Timeline zu stoppen und zu sagen: „Oh wow, das ist aber ein großartiges Bild!“ Wie genau können wir das Interesse der Menschen wecken, damit unsere Bilder nicht im Meer der Screenshots untergehen? Wie bringen wir den Social-Media User dazu genauer hinzuschauen?

Viele Antworten auf die oben gestellten Fragen basieren darauf, was wir über das menschliche Auge und unser Gehirn wissen. Es gibt drei Aspekte, welche uns ansprechen und unsere visuelle Aufmerksamkeit am schnellsten erregen. Lasst uns diese in einer bestimmten Reihenfolge angehen:

Der erste Aspekt ist Bewegung. Da wir natürlich statische Bilder kreieren, müssen wir die Bewegung definieren und ihr ein Ziel oder eine Richtung geben. Mit anderen Worten: die Aktion, das Geschehen, erregt die meiste Aufmerksamkeit des Betrachters in jedem unserer Bilder.

 

“Aktion kann nicht nur das Auge fassen und lenken, sondern auch viele Fragen hervorrufen, welche euer Foto noch interessanter machen.”

 

Der zweite, fesselnde Aspekt, ist der Kontrast. In den meisten Fällen stehen die hellen und den dunklen Flächen in eurem Bild im starken Kontrast zu einanderIhr könnt jedoch auch Farbkontraste (z. B. Rot / Grün, Gold / Blau, Blau / Rosa) oder Formkontraste (z. B. groß/klein, weich/scharf, ordentlich/durcheinander) nutzen.

 

“Kontrast zwischen hell und dunkel.”

 

“Farbkontrast zwischen Rot und Grün.”

 

“Formkontrast zwischen ordentlichen Formen und chaotischem Hintergrund.”

 

Normalerweise werden die Hell/Dunkel- / Farb- und Formkontraste mit Hilfe einer guten Beleuchtung festgelegt. Ich empfehle euch daher die verschiedenen /Gpose-Light-Guides in dem Blog des Snaps-Teams zu lesen!

Letztendlich kommen wir zu dem dritten, fesselnden Aspekt! Dabei geht es keine besonderw künstlerische Technik, sondern um Gesichter. Unser Auge erfreut sich daran Gesichter zu erkennen und zu betrachen (ein wesentlicher psychologischer Aspekt). Ebenso mögen wir Dinge erkennen, die wir als ein Gesicht interpretieren können. Dabei genügen oft solche Formen wie Augen und ein Mund! Natürlich tragen Gesichtsausdrücke dazu bei, einen wesentlichen und wichtigen Teil unserer Geschichte zu erzählen.

 

 

“Ohne meinen fragenden Gesichtsausdruck, wäre diese Geschichte unvollständig; so wirk sie eher comichaft und komisch!”

 

Trotz dieser Kenntnise und der vielen Tools, ist es jedoch wichtig nicht mit deren Anwendung zu übertreiben! Denn oft ist “weniger = mehr”! Ein einfacher aber scharfer Kontrast genügt in der Regel, um ein überzeugendes Bild zu erzeugen. Denkt daran, dass ihr auch zu viele Aufmerksamkeitspunkte setzen könnt! Dann verliert sich die Wirkung des Bildes und dieses wird zum kompositionellen Klumpen. Das bedeutet, dass die Gruppierung ähnlicher Aspekte in eurem Bild tendenziell weniger auffällt und somit in den Hintergrund tritt. Dies kann ein nützliches Tool sein, wenn ihr die Aufmerksamkeit des Betrachters von etwas weglenken wollt. Aber achtet darauf, dass ihr die wichtigste Aussage eures Bildes nicht abschwächt!

 

“Die kleinen grünen Lichter in der oberen linken Hälfte wurden mit Hilfe von Photoshop dupliziert und nachträglich reinretuschiert.

Im Roh-Screenshot gab es nur ein kleines Lichtlein, welches aber so grell war, dass es viel zu viel Aufmerksamkeit auf sich zog.”

 

Hiermit kommen wir also zum weiteren Teil des Guides: Wir lernen die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken.

 

Aufmerksamkeit lenken

Sobald ihr die Aufmerksamkeit eures Betrachters erlangt habt, müsst ihr in der Lage sein diese zu lenken. Ihr müsst mit euren Bildern also eure eigene, ganz persönliche Geschichte erzählen, denn ein Bild sagt mehr, als Tausend Worte! Erinnert euch daran, dass ihr einzigartige Geschichten durch eure Bilder vermittelt! Selbst Tausende von Worten verlieren an Bedeutung, wenn ihr diese nicht in eine Reihenfolge setzen könnt, welche für den Betrachter Sinn ergibt und ihn zu fesseln vermag.

Wir müssen also eine Lesereihenfolge für unsere Bilder festlegen. Genau so ist es: Wir komponieren eine Reihenfolge, in welcher der Betrachter die Teile unseres Bildes “lesen” soll. In der Regel haben die meisten Bilder höchstens 2-3 wichtige “Lesevorgänge”, und der Rest des Bildes dient als Hintergrund.

 

“Der erste Blick hierbei fällt auf das Luftschiff  über dem Horizont. Der zweite Blick fällt dann auf mich, die auf den Boxen sitzt.

Eine kleine Challenge für euch: Könnt ihr herausfinden, welchen Techniken ich benutzt habe, um diese Lesereihenfolge zu erzeugen?”

 

Ihr wisst also, wie man den ersten Blick festzuhalten vermag – denn im Prinzip, haben wir so die Aufmerksamkeit auf unser Bild gezogen. Der erste Einblick ist also extrem entscheidend, euer Bild muss überzeugend und anlockend wirken! Es muss nicht unbedingt die allerwichtigste Darstellung eurer Komposition sein; ihr könnt Fragen aufwerfen, welche der Betrachter dann erst beim zweiten oder dritten Blick zu beantworten vermag. Was aber, wenn ihr noch nicht allzu firm mit der Umsetzung der Kompositionsmerkmale seid und womöglich gerade erst mit dem /Gpose oder Fotografie angefangen habt? Keine Ursache! Vertraut in euch selbst und setzt ersteinmal das wichtigste Element eures Bildes in den Vordergrund. So geht ihr auf Nummer sicher und garantiert, dass euer Bild das Hauptziel vermittelt.

Die Festlegung des zweiten und dritten Blickpunktes, ist dem Definieren des ersten Einblickes sehr ähnlich. Jedoch gibt es ewas, was ihr umbedingt beachtet solltet! Es sind die Techniken, die ihr dafür anwendet. Die weiteren Blickpunkte, welche ihr dem Bild verleiht, sollten in einer etwas vereinfachteren Variante angewandt werden. Falls euer Bild, zum Beispiel, einen starken Hell-Dunkel-Kontrast aufweist, sollten die weiteren Kompositionsmermale einen geringeren, als “schwächeren” Kontrast aufweisen. Experimentiert daher mit den Tools welche euch zur Verfügung stehen!

Vergesst dabei nicht euch von Zeit zur Zeit zurückzulehnen, euer Bild als ein Miniaturbild zu betrachten und es dabei zu bewerten. Diese kleine Thumb-Größe wird auch das sein, was die Social-Media User auf ihrer Time-Line sehen werden! Funktioniert eure festgelegte Lesereihenfolge noch immer, auch wenn ihr die Details des Bildes nicht mehr so gut erkennen könnt? Üben, üben, üben! Dies ist der Kern einer guten Komposition. Euer Bild muss überzeugend sein und den Betrachter fesseln können, auch wenn es zu klein ist um alle Details zu erkennen!

Es gibt noch eine weitere Technik, die man zum besseren Definieren der Blickführung nutzt. Diese wird als “Guiding-Lines” bezeichnet. Wir werden im kommenden Guide deutlich ausführlicher darüber sprechen! Für’s Erste konzentrieren wir uns auf die Umsetzung der drei Techniken, die ich euch in diesem Guide erläutert habe!

 

Der Beginn eures eigenen Abenteuers!

Es gibt viel zu viele Kompositionen, als dass ich sie alle in einem Guide besprechen und erklären könnte! Ich will euch nicht von den wichtigen Grundlagen ablenken, indem ich zu viele Details anspreche. Im Verlauf dieser Guide-Reihe, werde ich nicht die einzige Person sein, von der ihr Prinzipien und Techniken erlernen werdet. Natürlich gibt es auch bei FFXIV-Snaps eine Menge hervorragender Künstler und Autoren! Ich persönlich möchte euch dazu ermutigen einfach mal loszulegen, eure eigenen Erfahrungen zu sammeln und diese Prinzipien vielleicht auch außerhalb von /Gpose und FFXIV zu erproben!

Und vergesst nicht, der Weg zum Meister ist die Übung!

Ich freue mich auf die großartigen Bilder von euch und hoffe, dass wir uns im nächsten Guide wiedersehen!

 

Komposition

Schwerpunkte und ihre Hierarchien: Das Auge führen (ihr seid hier!)

Framing the Shot: Konzepte und Lösungen für die korrekte Kamerapositionierung (work in progress)

Licht und Dunkelheit: Eine Einführung in Kontraste und Werte (work in progress)

 

Farbtheorie

HSV und der Farbkreis: Farben definieren, verstehe und anordnen (work in progress)

Warme und kalte Kontraste: Bedeutung der Farben und ihre Wirkung (work in progress)

 

Demonstration von Prinzipien

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